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SIMON, RACHEL und ISAIAS: Die aktuelle Lage im Pazifik und Atlantik

Derzeit sind gleich drei tropische Wirbelstürme in Nordamerika unterwegs . Während sich die Systeme über dem Pazifik und dem Atlantik unterschiedlich entwickeln, bringen sie teils erhebliche Gefahren durch Starkregen, Sturm und Überschwemmungen mit sich. Im Folgenden werfen wir einen genaueren Blick auf die drei Systeme, ihre aktuelle Entwicklung und die zu erwartenden Auswirkungen.
Satellitenbild von SIMON über dem Pazifik. Quelle: GOES-R/UBIMET
Satellitenbild von SIMON über dem Pazifik. Quelle: GOES-R/UBIMET

Gleich drei tropische Wirbelstürme beschäftigen derzeit die USA und Mexiko. Während SIMON und RACHEL über dem östlichen Pazifik entstanden sind, hat sich ISAIAS im Atlantik gebildet. Wir schauen uns an, wie stark die drei Systeme aktuell sind, wie sie sich entwickeln und womit in den kommenden Tagen zu rechnen ist.

ISAIAS sorgte in Florida für Verwüstung

Hurrikan ISAIAS traf am Freitag nahe Destin im Florida Panhandle als Hurrikan der Kategorie 2 auf Land. Dabei erreichten die Windgeschwindigkeiten bis zu 170 km/h.

Windgeschwindigkeiten in den 24 Stunden rund um Isaias’ landfall

Aktuell sind noch hunderttausende Haushalte in Florida, Alabama und Georgia ohne Strom. In allen drei Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen.

Da das System nun nicht mehr die typischen Merkmale eines tropischen Wirbelsturms aufweist, wurde Isaias zu einem posttropischen Wirbelsturm herabgestuft, welcher derzeit nach Norden zieht und im Laufe des Samstags und Sonntags voraussichtlich Alabama überqueren und anschließend in das Tennessee Valley weiterziehen wird.

Prognose der Zugbahn von Ex-Hurrikan Isaias © https://www.nhc.noaa.gov/mobile/refresh/graphics_at4+html/100843.shtml?cone#contents

Auch im Pazifik ist so einiges los in der Wetterküche – schauen wir uns zunächst RACHEL an

Der Tropensturm RACHEL befindet sich derzeit über dem rekordwarmen offenen Pazifik. Nachdem RACHEL zuvor noch als ein Hurrikan der Kategorie 2 eingestuft wurde, hat sich das System nun zu einem Tropensturm abgeschwächt. In den kommenden Tagen wird er jedoch von einem größeren Höhentrog erfasst und nach Nordosten beschleunigt. Bis in die Nacht auf Sonntag wird er voraussichtlich rasch über den Nordwesten Mexikos in den Südwesten der USA ziehen.

Durch die zunehmende Zuggeschwindigkeit bleibt nur wenig Zeit für ergiebige Niederschläge. Dennoch könnten örtlich Regenmengen von bis zu 50 mm zu Überschwemmungen führen. Besonders in den amerikanischen städtischen Gebieten, wie zum Beispiel in Teilen des Großraums Los Angeles, des Ballungsraums San Diego sowie in Las Vegas könnte es zu Sturzfluten in normalerweise trockenen Bächen, Flussbetten und engen Schluchten kommen.

Bereits jetzt sorgt Rachel in Kombination mit den Gezeiten entlang der kalifornischen Küste für hohe Wellen, die vielerorts schon zu Überflutungen führen.

Lokal Schnee in Sicht

Wenn die feuchte Luft von RACHEL auf kältere Luft einer aus Nordwesten heranziehenden Front trifft, könnte sich in Teilen der Sierra Nevada sowie der Rocky Mountains eine Schneedecke bilden. Teile von Wyoming, Montana und Idaho könnten den ersten nennenswerten Schneefall der Saison erleben.

Prognose der Zugbahn von Tropensturm Rachel © https://www.nhc.noaa.gov/mobile/refresh/graphics_ep3+html/101151.shtml?cone#contents

Sturmböen stellen eine deutlich weiter verbreitete Gefahr dar, insbesondere von der nördlichen Baja California bis in den Nordwesten des mexikanischen Bundesstaates Sonora. Die stärksten Winde werden nahezu ausschließlich auf der östlichen Seite des Sturmzentrums erwartet. Betroffen sind vor allem die Küstengebiete südlich von Tijuana sowie die Bergregionen im zentralen Teil der Baja California. Dort sind Orkanböen von bis zu 130 km/h möglich. In einem größeren Gebiet werden Sturmböen zwischen 70 und 100 km/h erwartet. Diese kräftigen Windböen könnten sich am Sonntag auch auf weite Teile des Wüstengebiets im Südwesten der USA ausbreiten. Besonders betroffen sind höher gelegene Gebiete in Arizona, Nevada und Utah.

Prognostizierte Böen auf dem Höhepunkt von RACHEL nach dem ECMWF-Modell © ECMWF/UBIMET

Dass RACHEL sich noch einmal zum Hurrikan verstärkt, ist derzeit nicht zu erwarten. Laut der aktuellen Prognose bleibt das System ein kräftiger Tropensturm, bevor es beim Überqueren der Küste und anschließend über Land rasch an Stärke verliert.

Hurrikan SIMON erreicht Kategorie 4 – Mexikos Pazifikküste drohen Starkregen, Sturmflut und Überschwemmungen

Hurrikan SIMON hat sich südlich von Manzanillo zu einem starken Hurrikan der Kategorie 4 intensiviert. Im Laufe des Samstags verschlechtern sich die Wetterbedingungen zunehmend. Der Landgang wird für Sonntagnachmittag südlich von Puerto Vallarta erwartet.

Prognose der Zugbahn von Hurrikan Simon © https://www.nhc.noaa.gov/mobile/refresh/graphics_ep5+html/101153.shtml?cone#contents

SIMON könnte Windböen von über 200 km/h und zwischen 400 und 500 mm Regen bringen. Im Südwesten des Bundesstaates Jalisco drohen dadurch schwere Überschwemmungen und Erdrutsche. Da SIMON am Montag voraussichtlich näher an der Küste entlangzieht, könnten auch weiter nördlich bis nach Mazatlán spürbare Auswirkungen auftreten.

Prognostizierte Böen auf dem Höhepunkt von SIMON nach dem ICON-Modell © ICON/UBIMET
Prognostizierte Niederschlagsmengen im Zuge von SIMON nach dem ICON-Modell © ICON/UBIMET

An der Küste werden zudem gewaltige Wellen und eine Sturmflut mit einem Wasserstandsanstieg von bis zu 4 m erwartet. Besonders gefährdet ist der Küstenabschnitt nordwestlich von Manzanillo bis zum Cabo Corrientes.

Signifikante Wellenhöhe und mittlere Wellenrichtung © ECMWF

Rekordwarmes Pazifikwasser liefert den Hurrikanen reichlich Energie

Die Systeme auf dem Pazifik haben aktuell sehr gute Bedingungen. Warmes Meerwasser ist der wichtigste Energielieferant für Hurrikane. Ab etwa 26,5 °C Wassertemperatur können sich tropische Wirbelstürme bilden und verstärken. Durch die Verdunstung gelangt feuchtwarme Luft in die Atmosphäre. Steigt diese auf, kondensiert der Wasserdampf und setzt Wärme frei, die den Sturm zusätzlich antreibt.

Entlang der Zugbahn von RACHEL liegen die Wassertemperaturen 3 bis 5 Grad über dem Mittel. Im Fall von SIMON sprechen wir immerhin auch noch von 2 bis 3 Grad über dem Durchschnitt.

Abweichung der Meeresoberflächentemperatur © https://coralreefwatch.noaa.gov/data_current/5km/v3.1_op/daily/png/ct5km_ssta_v3.1_west_current.png

 

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