Supertaifun BAVI verwüstet die Marianen – Taiwan und Ost-China im Fokus
Über den außergewöhnlich warmen Gewässern des westlichen Pazifiks entwickelte sich mit BAVI der bislang stärkste Tropensturm des Jahres. Zeitweise erreichte er die höchste Kategorie 5 der Saffir-Simpson-Skala mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von knapp 290 km/h. Am vergangenen Montag traf der Supertaifun die Insel Rota auf den Nördlichen Marianen nahezu mit voller Intensität und hinterließ schwere Verwüstungen. Inzwischen zieht BAVI über die Philippinensee auf Taiwan und Ostchina zu.
Verheerende Schäden auf den Marianen
Besonders schwer betroffen wurde die Insel Rota, wo zahlreiche Gebäude zerstört, Dächer abgedeckt und große Waldflächen verwüstet wurden. Auch auf Guam, Saipan und Tinian kam es zu großflächigen Strom- und Kommunikationsausfällen sowie erheblichen Schäden an der Infrastruktur. Die US Coast Guard und die Federal Emergency Management Agency (FEMA) haben gemeinsam mit lokalen Behörden umfangreiche Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Bereits vor dem Eintreffen des Taifuns wurden Einsatzkräfte und Notstromaggregate auf den Inseln stationiert.
Quelle: YouTube – Nature Damage.
Video: Drohnenaufnahmen der Insel Rota nach den verheerenden Auswirkungen des Supertaifuns BAVI.
Quelle: Facebook – Storm-Chaser Jordan Hall und Aaron Rigsby vom 8. Juli 2026.
Aktuelle Situation
Derzeit verlagert sich BAVI mit rund 20 km/h nordwestwärts in Richtung Taiwan. Mittlerweile hat sich der Wirbelsturm leicht abgeschwächt, bleibt jedoch ein äußerst gefährlicher Taifun. Die aktuellen maximalen anhaltenden Windgeschwindigkeiten liegen bei rund 205 km/h (110 kt), Böen erreichen bis zu 250 km/h, der Kerndruck beträgt etwa 944 hPa.
Die Meeresoberflächentemperaturen entlang der Zugbahn liegen weiterhin zwischen 29 und 31 °C. Aktuelle Satellitenbilder und Analysen von Tropical Tidbits zeigen weiterhin ein gut organisiertes System mit einem klar ausgeprägten Auge und sehr kalten Wolkenobergrenzen. Aufgrund seines außergewöhnlich großen Windfeldes werden auch Regionen weit abseits des Sturmzentrums betroffen sein.
Quelle: CIMSS/SSEC, University of Wisconsin–Madison / Himawari.
Weitere Entwicklung
Nach aktuellen Prognosen wird BAVI am Freitag die Gewässer nördlich von Taiwan erreichen und anschließend voraussichtlich am Samstag in der chinesischen Provinz Fujian auf Land treffen. Trotz einer langsamen Abschwächung dürfte der Taifun bis zum Landfall sehr intensiv bleiben.

Für Taiwan werden neben orkanartigen Böen vor allem ergiebige Stauniederschläge erwartet. In den Gebirgsregionensind lokal 500 bis 800 l/m² Regen möglich, stellenweise auch mehr, wodurch die Gefahr von Sturzfluten und Erdrutschen deutlich steigt. Nach dem Landfall in China wird sich das System über dem bergigen Gelände rasch abschwächen.



Aktuelle Modelllage
Die internationalen Wettermodelle stimmen inzwischen weitgehend über die Zugbahn überein. Die größte Unsicherheit besteht weiterhin darin, wie nahe das Sturmzentrum an der Nordküste Taiwans vorbeiziehen wird. Bereits geringe Abweichungen können dort große Unterschiede bei Windgeschwindigkeiten, Niederschlagsmengen und Sturmfluten verursachen. Unabhängig von der exakten Zugbahn dürfte BAVI aufgrund seiner außergewöhnlichen Größe zu den bedeutendsten Taifunen der vergangenen Jahrzehnte in der Region zählen.
