Im Vorfeld des Nordseetiefs DELIA haben sich am Samstagvormittag über Frankreich bereits zahlreiche Gewitter gebildet, die sich aktuell auf den Weg in Richtung Deutschland und Schweiz machen.
Satellitenbild um 9 Uhr MESZ – EUMETSAT, UBIMET
Gegen Mittag steigt somit das Gewitterrisiko ausgehend von Baden-Württemberg rasch an. Gleichzeitig entstehen auch in der Mitte und im Norden Deutschlands neue Gewitter, die sich unter Verstärkung ebenfalls ostwärts verlagern. Die Unwettergefahr ist in der zweiten Samstaghälfte somit im Osten und Süden des Landes am Höchsten.
Gewittergefahr im Laufe des Samstags bis in die Folgenacht – www.uwr.de
Von der Schwäbischen Alb und den Bayerischen Alpen über Bayern und die neuen Bundesländer bis zur Ostsee ist somit in den Nachmittags- und Abendstunden mit lokalen Sturmböen bis 80-90 km/h, Starkregen und mittelgroßem Hagel zu rechnen. Entlang des Inns in Bayern sowie auch im Lausitzer Bergland in Sachsen besteht örtlich sogar die Gefahr von orkanartigen Sturmböen bis 100-110 km/h, heftigem Starkregen und großem Hagel bis etwa 3 cm Durchmesser.
Spitzenböen [km/h] in 6 Stunden am Samstagabend – ECMWF IFS Modell, UBIMETZudem zieht der Kern des Tiefs DELIA am Samstagabend knapp nordwestlich von Helgoland und Sylt vorbei. Dabei muss man an der Nordsee in exponierten Lagen kurzzeitig mit teils schweren Sturmböen um 90-100 km/h rechnen. In der Nacht zum Sonntag beruhigt sich die Lage allmählich wieder. Lediglich in den Bayerischen Alpen geht es sehr nass weiter. Bis Sonntagabend kommen hier teils ergiebige Regenmengen zusammen.
Prognostizierte Regenmenge [l/m²] in 24 Stunden bis Sonntagnacht – DWD ICON-D2 Modell, UBIMET
Autor
Michele Salmi
Senior-Meteorologe mit über 10 Jahren Erfahrung in der Prognose von Extremwetter. Fokus auf Sturm, Starkregen und Schneelagen. Tätig in der Unwetterwarnung sowie in der Beratung von Medien, Einsatzkräften und Unternehmen bei Unwetterrisiken.